Editorial

Alles ist gut, so wie es ist. Wer etwas anderes behauptet, hat die Welt, die Wirtschaft und die Menschen nicht begriffen. Und falls es doch noch ein paar Dinge geben sollte, die nicht ganz optimal sind, dann ist das halt so. Die Menschen sind, wie sie sind und es können nun mal nicht alle Probleme gelöst werden, Punkt. Wir leben in der besten aller möglichen Welten.

Oder doch nicht? Ist doch nicht alles so gut, wie es uns immer erzählt wird? Ist es wirklich nötig, dass Nahrungsmittel vernichtet werden, während immer noch Menschen verhungern? Ist es wirklich richtig, dass weltweit nur wenige den Reichtum geniessen, den Milliarden mit den täglichen acht, zwölf oder vierzehn harten Arbeitsstunden erarbeitet haben? Ist es wirklich notwendig, dass mehr Wohnhäuser leer stehen als es Obdachlose gibt, diese aber trotzdem nicht in diesen Häusern wohnen dürfen? Wir sollen glauben, dass die momentanen Zustände die bestmöglichen sind und dass daran nichts Bedeutendes zu ändern ist. Das tun wir aber nicht. Wir sind der Meinung, dass vieles anders werden muss und anders werden kann.

Wenn wir unsere Kritik äussern, hagelt es jedoch oft Vorwürfe oder Entgegnungen wie «Geh doch nach Afrika, wenn du jemandem helfen willst!», «Wie kannst du gegen den Kapitalismus sein, du hast doch auch ein Smartphone und Nikes?», «Es gibt keine bessere Gesellschaft, Menschen sind so!». Diesen oft gehörten Vorwürfen wollen wir in dieser Zeitschrift konkret und ausführlich entgegentreten – denn es ist offensichtlich, dass sich auf dieser Welt vieles ändern muss. Wir sind überzeugt davon, dass es wichtig und richtig ist, Kritik an den momentanen Verhältnissen zu üben – egal, wo wir leben, was wir tragen und ob wir arbeiten. Ein anderes Leben ist möglich und vielleicht gar nicht so weit weg, wie es manchmal scheint.